— und was sie mit Menschen wirklich macht.
Ich habe hier einen Artikel mit KI zu dem Thema machen lassen. Alles in kursiv und fett ist MEINE Kommentierung:
Es gibt Momente, in denen Menschen bereit sind, alles zu glauben — weil der Schmerz größer ist als jede Vernunft. Genau dort beginnt die Familienaufstellung.
„Falsch. Eine Aufstellung beginnt damit, dass ein Bewusstsein entsteht, um eine Problematik zu erkennen, diese einzuordnen und überhaupt als zu betrachtend anerkannt wird. An dem Punkt sind wir noch ganz weit von einer Aufstellung entfernt. Der Aufsteller wird zunächst in einem Vorgespräch klären, welche Fragestellungen eigentlich die wichtigen sind und diese auch herausarbeiten. Sehr häufig habe ich erlebt, dass die Fragestellung, mit der jemand zu mir kam, gar nicht die eigentliche Fragestellung war. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen eine Idee im Kopf haben und möglicherweise auch einen Schuldigen. Dieses muss aber nicht die Fragestellung sein, der man sich in diesem Fall annehmen muss.“
Ein Stuhl für die tote Mutter. Eine fremde Person, die plötzlich „wie“ der alkoholkranke Vater zittert. Tränen, Umarmungen, Erschütterung. Wer einer Familienaufstellung beiwohnt, erlebt oft etwas, das sich tief und real anfühlt — und genau das ist das Problem.
Denn das Gefühl von Tiefe ist kein Beweis von Wahrheit. Und intensive emotionale Erlebnisse sind noch keine Therapie. Das ist der Kern der Kritik an einer Methode, die seit den 1980er Jahren millionenfach praktiziert wird — und deren wissenschaftliche Grundlagen bis heute umstritten sind.
„Auch hier wird sehr schnell deutlich, dass die Kritik aus einer Ecke kommt, die sich nicht mit der Thematik ernsthaft auseinandersetzen will. Denn Gefühl von Tiefe ist ein Beweis von Wahrheit. Das Gefühl von Tiefe ist subjektiv die Wahrheit des Aufstellenden. Genau dieses wird hier und in der Psychologie sehr gerne ignoriert. Wär eine systemische Aufstellung oder auch eben eine Familienaufstellung, als eine Therapie begreift, der den Kern dieser Methode nicht erfasst.“
„Wer an einem einzigen Wochenende sein gesamtes Familiensystem neu verhandeln will, sollte sich fragen: Wer profitiert hier eigentlich?“
„Diese Frage ist berechtigt, und die Antwort ist ganz einfach: hier profitiert nur einer, nämlich der Veranstalter einer solchen Aufstellung.
Und ja, ich habe Gruppenaufstellungen erlebt, in denen Fragesteller mit einer Frage hinein gingen und mit 20 ungelösten aus der Veranstaltung herauskamen. Und ebenfalls ja: es gibt Aufsteller, die genau auf dieses Phänomen setzen, um weitere Aufstellungen zu verkaufen, gegebenenfalls sogar absichtlich Menschen von dieser Methode abhängig zu machen. Das halte ich persönlich schlicht und ergreifend für menschenverachtend und müsste eigentlich ein eigener Straftatbestand sein.
Das ist einer der Gründe, warum ich keine Gruppenaufstellungen mache. In der Regel geht es um sehr individuelle und ganz persönliche Themen. Hier werden Bereiche berührt, die ein Mensch möglicherweise selbst seinem besten Freund nicht erzählen würde. Dieses in einer Gruppe mit sog. Stellvertretern versuchen, Anderen, Fremden zu überlassen, halte ich persönlich für fahrlässig. Ich selbst habe etliche Gruppenaufstellungen beigewohnt und beschlossen, dass dieses nicht der adäquate Weg ist, um höchst brisante, persönliche Themen darzustellen und anzuschauen. Bei mir gibt es grundsätzlich nach einer ausführlichen Anamnese eine Einzelaufstellung. Deshalb gibt es bei mir auch nicht den Aufsteller, sondern diese Aufgabe obliegt dem Fragesteller oder eben der Fragestellerin. Ich nenne es begleitete Aufstellung als eine Methode innerhalb des Zelldialogs. Ich selbst bin nur für eine kurze Zeit Gast im Leben eines anderen Menschen. Ich begleite ihn und weise ihm, vielleicht an der ein oder anderen Stelle auf eine mögliche Lösung hin.“
Was Bert Hellinger hinterlassen hat
Die Familienaufstellung geht auf Bert Hellinger zurück — einen deutschen Theologen und Psychotherapeuten, dessen Methode fasziniert und verstört zugleich. Er glaubte an verborgene „Ordnungen“ in Familiensystemen, an transgenerationale Schuld, daran, dass Kinder unbewusst das Schicksal ihrer Vorfahren übernehmen.
Klingt poetisch. Und für viele Menschen fühlt es sich an wie Erkenntnis. Doch Hellinger selbst machte in seinem Spätwerk Aussagen, die selbst wohlwollende Anhänger distanzierten: antifeministisch, autoritär, mit problematischen Deutungen zu Missbrauchsopfern. Die Methode trägt die Handschrift ihres Schöpfers — und diese Handschrift hat Flecken.
„Die Familienaufstellung ist entstanden, aus einer Methode der systemischen Psychotherapie. Diese geht auf die sog. Familienskulptur zurück, die von Virginia Satire in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Bert Hellinger hat diese Methode dann erweitert und zu einer eigenständigen Familienaufstellung erarbeitet. Sein Buch „Ordnungen der Liebe“, aus dem Jahre 1994, wurde ein Bestseller und das Standartwerk.
Ich persönlich habe Bert Hellinger kennengelernt und einige Aufstellungen mit ihm erlebt. Ich kann Teile der Kritik an seiner Methode durchaus nachvollziehen, aber im Kern hat er recht.Unser System in dieser Welt ist autoritär, und es weist ganz bestimmten Gruppen von Menschen Fähigkeiten zu, die wir Ihnen heute absprechen. Eines der schönsten Beispiele ist der Feminismus. Frauen haben Frauen verboten, Frau oder gar Mutter zu sein. Das Geld und Wirtschaftssystem hat sich gefreut, denn vorher hatte man Nur den Mann als gehaltsabhängig unter Kontrolle und als Steuerzahler. Jetzt hat man dann die Frau zu BIP-relevanten Faktor gemacht. Inzwischen sind wir noch ein paar Schritte weiter: kleine Kinder, ab dem dritten Monat und alte Menschen sind heute Teil unseres Wirtschaftssystems, und Bestandteil der Profiterzielung.
Die Psychologie tut sich schwer mit Emotionen umzugehen, weil sie zu individuell sind und in kein Schema passen. Sie nennen es im Grunde verschämt „Psychodrama“ und schalten die Emotionen weg und wollen im Grunde eine Problematik des Lebens als Schauspiel auf eine imaginäre Bühne bringen. Und das ist für ein tiefes, emotionales Problem keine Lösung. Auch Verhaltensmaßnahmen und Änderungen bringen hier nichts. Diese tiefen Programmierungen sind nicht alleine durch eine verstandesmäßig a Richtungsänderung aufzulösen. Da könnte man die Frage anbringen, wieso ist Psychotherapie so erfolgreich erfolglos?.
Von der ideologischen Kritik an Hellinger möchte ich an dieser Stelle nicht weiter reden. Das Aufgeben von Werten und abspalten von Emotionen, dann dieses freien Kräften oder einer Ideologie als Herrschaftswissen zu überlassen, halte ich sogar für gefährlich.“
Ehrliche Risikobewertung
Hohes RisikoRetraumatisierung
Intensive Gruppenformate ohne ausreichende Nachsorge können alte Wunden aufreißen — ohne sie zu schließen. Besonders bei Trauma-Vorgeschichte ist das Risiko einer Destabilisierung real und dokumentiert.
Hohes Risiko:Fehlende Qualitätskontrolle
Familienaufstellung ist kein geschützter Begriff. Jede Person kann sich „Aufstellungsleiter:in“ nennen — ohne Ausbildung, ohne Supervision, ohne Ethikstandards. Das Qualitätsgefälle ist enorm.
Mittleres Risiko:Suggestionswirkung & Konformitätsdruck
Stellvertreter werden in Rollen gedrängt und erleben Gruppeneffekte als eigene Eingebungen. Der soziale Druck in Gruppen kann dazu führen, dass Menschen Dinge „fühlen“, die sie nicht wirklich fühlen — und das als Wahrheit interpretieren.
KontextabhängigAbhängigkeit & Wiederholung
Manche Teilnehmer kommen immer wieder — Aufstellung für Aufstellung, Seminar für Seminar. Das ist wirtschaftlich für Anbieter, aber ein Warnsignal. Wirksame Therapie zielt auf Autonomie, nicht auf Dauerbegleitung.
Was bleibt
Es wäre unehrlich zu sagen, Familienaufstellungen helfen niemandem. Menschen berichten von Erleichterung, von Momenten der Klarheit, von neuen Perspektiven auf ihre Geschichte. Das ist real — und verdient Respekt.
Aber subjektives Erleben ist kein Wirksamkeitsnachweis. Und der Unterschied zwischen einer transformativen Erfahrung und einer gut inszenierten Gruppenillusion ist schwerer zu sehen, als wir glauben wollen — besonders dann, wenn wir Schmerz mitbringen.
„Genau das ist der Grund, warum es bei mir keine Gruppenaufstellungen gibt.“
Fazit: Was sollte man wissen, bevor man hingeht?
Familienaufstellung kann eine ergänzende Erfahrung sein — aber kein Ersatz für evidenzbasierte Therapie. Wer mit Trauma, Psychose oder schweren psychischen Erkrankungen zu kämpfen hat, sollte besondere Vorsicht walten lassen. Seriöse Anbieter kommunizieren ihre Intention, betreiben eine tiefe Anamnese, empfehlen Nachsorge und drängen nicht zu weiteren Buchungen. Das Fehlen dieser Merkmale ist ein klares Warnsignal.
Bild von Biljana Jovanovic auf Pixabay