Was ist eine systemische Aufstellung? Bedeutung, Ablauf und Wirkung

Viele Menschen spüren, dass sich bestimmte Probleme und Fragestellungen in ihrem Leben immer wiederholen – in Beziehungen, im Beruf oder im eigenen Selbstwertgefühl. Häufig liegen die Ursachen tiefer, als es auf den ersten Blick scheint. Eine Familienaufstellung kann helfen, diese verborgenen Dynamiken sichtbar zu machen.

In einer Zeit, in der es eine Vielzahl an sog. „Patchwork-Familien“, Adoptionen, Samenspenden und Alleinerziehenden gibt, taucht sehr häufig die Frage der eigenen Identität auf. Wenn ein Elternteil unbekannt ist, eine Beziehung gekappt wurde, oder nie bestand, können Fragen auftauchen, zu deren Beantwortung keiner bereit ist, oder greifbar.

In diesem Artikel erfährst du, was ich unter „Familienaufstellung“ verstehet, wie sie funktioniert und für wen sie hilfreich sein kann. Für mich ist es ein Teilbereich des Zelldialog, der zur Kräftigung des SELBST-Bewusstsein beiträgt und auch zum Bereich des „Self-Care“ gehört.


Was bedeutet Familienaufstellung?

Eine Familienaufstellung ist eine Methode aus der systemischen Arbeit, bei der Beziehungen und Dynamiken innerhalb eines Familiensystems sichtbar gemacht werden. Die Psychologie nennt sie auch gerne einmal Psychodrama, die mehr eine Ausrichtung in aktives Rollenspiel, szenisches Nachspielen hat. Die Psychologie traut sich nicht an den Bereich der Schwingungen und Frequenzen, die jede Begegnung hat, selbst die, die nicht physisch stattfand. Meine Durchführung bezieht die rationale Wahrnehmung und deren Interpretation ebenso ein, wie die Wahrnehmung des „Bauches“. Also eine ganzheitliche Sicht. Gerade da, wo unser Kopf und der Bauch unterschiedliche Sprachen sprechen, lauern oft sogar latent ernste Bedrohungen für uns. Lösung sollte sein, dass beide wieder die gleiche Sprache sprechen.

Dabei wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch Teil eines Systems ist – meist der eigenen Familie – und dass ungelöste Konflikte oder Schicksale früherer Generationen Einfluss auf das eigene Leben haben können.

In einer Aufstellung werden diese Beziehungen räumlich ernergetisch dargestellt, sodass unbewusste Muster erkennbar werden.

Ziel ist es, neue Perspektiven, Verständnis und Lösungen für belastende Themen zu finden.


Wie funktioniert eine Familienaufstellung?

Eine Familienaufstellung kann in einer Gruppe oder in Einzelaufstellung stattfinden. Ich selbst präferiere nur Einzelaufstellung. In meinen Lehrjahren habe ich sehr früh festgestellt, dass die negativen Einflüsse leider überwiegen. Ja, sogar sehr verwirrend und verstörend, das Ziel eines solchen sehr persönlichen Erfahrungsraumes, zunichte machen können.

Typischer Ablauf einer Aufstellung

  1. Anliegen klären
    Die Person beschreibt ihr Thema (z. B. Konflikte in Beziehungen, Ängste oder wiederkehrende Probleme). Eine umfassende Anamnese, in einem Vorgespräch oder Fragebogen, durch den Begleiter, ist meiner Auffassung nach, unabdingbar.

    Ich nutze dazu, wenn gewünscht, auch die systemische Astrolgie. Es ist wichtig, dass das aufzustellende Thema wirklich der Knackpunkt in der Fragestellung ist. Ich habe zu viele Aufstellungen miterlebt, in der der Schlüssel gar nicht zur Sprache kam. Dann verlässt die aufstellende Person mit mehr Fragen die Szene, als sie ursprünglich hatte.
  2. Aufstellen des Systems
    Oft wird folgendes in der Praxis gemacht: Stellvertreter oder Symbole repräsentieren Familienmitglieder oder wichtige Elemente des Systems. Genau das ist ein großes Einfallstor für Wege und Beziehungen, die gar nicht in die eigene Aufstellung gehören.

    Meine Arbeit bezieht sich grundsätzlich auf die Person des Fragestellers. Dieser nimmt SELBST die jeweiligen Stellungen und Beziehungen innerhalb des Systems ein. Hier ensteht eine eigene Erlebens- und Erfahrungswelt für das System und dessen Wirkkräfte. Eine Veränderung innerhalb des Systems beinhaltet auch Verantwortung für die Folgen.
  3. Wahrnehmen der Dynamik
    Durch Positionen, Gefühle und Wahrnehmungen werden verborgene Beziehungen, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse sichtbar. Dieses wird in meiner Methodik, direkt von der aufstellenden Person ganzheitlich erlebt. Somit ein tiefes Verständnis für das System erreicht.
  4. Lösungsbewegung
    Die aufstellende Person erkennt fast von alleine, welche Lösungswege sich aus dem Erleben der Strukturen des Systems ergeben. Der Aufstellungsleiter hat die Aufgabe, mögliche angestrebte Veränderungen im System, die zu mehr Ordnung und Entlastung führen sollen, einzuarbeiten und prüfen zu lassen. Hier geht es darum, dass die aufstellende Person eine Lösung selbst erkennt und diese auch physich, räumlich und emotionell tragen kann.

Viele Teilnehmer berichten, dass sie dadurch tiefere Zusammenhänge verstehen und emotionale Entlastung erleben.


Welche Themen eignen sich für eine Familienaufstellung?

Familienaufstellungen werden häufig genutzt bei:

  • Beziehungsproblemen
  • familiären Konflikten
  • wiederkehrenden Lebensmustern
  • emotionalen Blockaden
  • beruflichen Schwierigkeiten
  • innerer Unruhe oder Orientierungslosigkeit
  • Fragen zu Herkunft

Auch Themen wie Selbstwert, Angst oder Entscheidungsfragen können Gegenstand einer Aufstellung sein.


Wie wirkt eine Familienaufstellung?

Eine Familienaufstellung wirkt häufig auf mehreren Ebenen:

1. Bewusstwerden von Mustern
Viele Menschen erkennen erstmals Zusammenhänge innerhalb ihres Familiensystems. Herrschende Machtstrukturen, Unzulänglichkeiten anderer im System oder Gefühlswelten, die aus übernommenen Rollen entspringen oder erzwungen sind.

2. Emotionale Entlastung
Alte Belastungen können verstanden und losgelassen werden. Hier kan auch Verzeihen zum Verstehen dazu kommen. Vor allem wichtig gegenüber anderen Systemteilnehmern, die z.B. schon verstorben sind, oder zu einem Dialog nicht bereit wären oder nicht zur Verfügung stehen. Einen Aspekt, den ich gerade bei Adoptivkindern als eine echte Befreiung erlebt habe. Gleiches bei Menschen, die

3. Neue Perspektiven
Durch eine veränderte Sichtweise entstehen neue Handlungsmöglichkeiten. Bei meiner Methodik in einer eigenverantwortlichen Weise, die keinen anderen zu etwas zwingt. Oft zu eigener Handlung führt, die die Strukturen und Schwächen anderer Systemteilnehmer einbezieht. Damit sogar zu einer Systemheilung führen, die quasi „unbemerkt“ Kräfte entwickelt.

Wichtig ist: Eine Aufstellung ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein.


Online Familienaufstellung – funktioniert das?

Neben klassischen Aufstellungen gibt es heute auch Online-Familienaufstellungen.
Diese unterscheiden sich bei mir nur darin, dass ich nicht physisch im Raum anwesend bin. Die Methodik ist die gleiche. Die Vorbereitung ist identisch, die Aufstellung selbst unterscheidet sich gar nicht.

Wenn die technischen Voraussetzungen (Internet/Cam/Audio) gegeben sind, richten wir die Technik im Vorfeld zusammen für die Aufstellung ein. Durch meine Erfahrung, auch als Informatiker, sind es oft nur kleine Einstellungsmarker, die hier zu überprüfen sind.

Viele Menschen erleben auch online eine überraschend klare Wahrnehmung der Dynamiken. Es herrschen die gleichen Schwingungen für Kommuniaktion und Wahrnehmungen, wie sie schon Georges Lakhovsky 1929 beschrieben hat.


Für wen ist eine Familienaufstellung geeignet?

Eine Familienaufstellung kann besonders hilfreich sein für Menschen, die:

  • ihre Lebensmuster besser verstehen möchten
  • Machtstrukturen in Systemen kennen wollen
  • emotionale Belastungen lösen wollen
  • Beziehungen und deren Kraftfelder erkennen und nutzen
  • ein besseres SELBST-Verständnis anstreben

Entscheidend ist eine offene Haltung und die Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen.


Fazit

Eine Familienaufstellung ist eine wirkungsvolle Methode aus der systemischen Arbeit, um verborgene Dynamiken innerhalb eines Familiensystems sichtbar zu machen.

Durch das Erkennen dieser Zusammenhänge können sich neue Perspektiven und Lösungswege eröffnen.

Für viele Menschen ist eine Aufstellung ein tiefer Prozess der Selbsterkenntnis und inneren Klärung.


FAQ – Häufige Fragen zur Familienaufstellung

Was kostet eine Familienaufstellung?

Aufstellungen sind sehr individuell. Nach der Pawlow’schen Methode „Zelldialog“ kommt es auf das Vorgespräch und die Anamnese an. beginnent bei ca. 180 Euro. Das gilt auch für Online-Aufstellungen. dazu gehört eine Vorbesprechung/Anamnese und ein Nachsorge.


Wie lange dauert eine Familienaufstellung?

Eine Aufstellung dauert meist zwischen 60 bis 90 Minuten. Davor ist eine Besprechung notwendig, um die aufzustellende Frage klar zu definieren. Ich stehe auch in der Nachsorge für Fragen zur Verfügung.


Kann eine Familienaufstellung online stattfinden?

Ja. Online-Aufstellungen per VideoCall ist bei erarbeiteter Fragestellung, die nicht risikobehaftet ist, durchaus eine gute Methode. Diese unterscheidet sich bei der Methode „Zelldialog“ nicht von der Aufstellung, bei der alle physisch in einem Raum sind. Die Sorge für Datensicherheit und Verschlüsselung nehme ich sehr ernst.


Ist eine Familienaufstellung wissenschaftlich anerkannt?

Familienaufstellungen gehören zur systemischen Arbeit und werden von vielen Coaches und Therapeuten genutzt. Die wissenschaftliche Bewertung ist jedoch unterschiedlich.


Muss meine Familie bei der Aufstellung anwesend sein?

Nein! – Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Titel-Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay